Was ist das?

transform-social beschäftigt sich mit den Möglichkeiten zur Transformation in sozialere, solidarischere, freiere und herrschaftsärmere - also anarchistische - Gesellschaften.

"Wir sind überzeugt, dass Freiheit ohne Sozialismus Privilegienwirtschaft und Ungerechtigkeit, und Sozialismus ohne Freiheit Sklaverei und Brutalität bedeutet." Michail Bakunin

Was ist Anarchie?

Anarchie ist Ordnung ohne Herrschaft. Das bedeutet, dass Menschen nicht das tun, was der Staat oder Chef ihnen sagt, sondern nach ihren Bedürfnissen handeln. Diese Freiheit ist nur möglich, wenn die Menschen sich solidarisch ihren Mitmenschen gegenüber verhalten und auch deren Freiheit respektieren. Wenn Ressourcen wie Wohnraum oder Nahrung beschränkt sind oder notwendige Aufgaben verteilt werden müssen, treffen die Menschen, die davon betroffen sind, eine gemeinsame Entscheidung und handeln dann gemäß dieser gemeinsamen Vereinbarung.

Wie wäre eine anarchistische Gesellschaft organisiert?

Es gibt keinen festgelegten Plan zur Organisation anarchistischer Gesellschaften. Wichtig ist, dass Solidarität und Freiheit aller Menschen im Gleichgewicht bleiben. Vielleicht werden viele verschiedene Formen anarchistischer Gesellschaften nebeneinander existieren. Alles was auf diesen Seiten steht, sind Übelegungen, die die Gedanken anregen können - nichts Festgelegtes. Anarchistische Gesellschaften sind von unten nach oben organisiert. Das bedeutet, dass viele Fragen auf lokaler Ebene entschieden werden können - in den Häusern oder Wohnblöcken, in denen die Menschen leben. Entscheidungen werden (je nach Variante immer, oft oder nach Möglichkeit) im Konsens gefällt. Fragen, die größere geographische Bereiche betreffen, wie beispielsweise Stromnetz, der Betrieb von Krankenhäusern oder Fabriken oder die gerechte Verteilung von Ressourcen zwischen Regionen mit unterschiedlich guten Vorraussetzungen zur Landwirtschaft, werden von den Menschen entschieden, die von der Entscheidung betroffen sind. Dazu treffen sich Leute, die aus ihrer Region dazu entsandt wurden und einen klaren Auftrag haben. Wenn sie sich nicht an ihren Auftrag halten, werden sie ausgetauscht.

Das klingt kompliziert. Kann das wirklich funktionieren?

Es gab immer wieder anarchistisch inspirierte Gesellschaften, zum Beispiel 1917-1922 in der Ukraine, 1936-1939 in Spanien, aktuell in Rojava. Darüber hinaus gibt es unzählige anarchistisch organisierte Projekte von Arbeitskollektiven, über Politgruppen bis hin zu Hausprojekten. Anarchie ist nicht kompliziert, auch wenn vieles vielleicht ungewohnt klingt. In der Praxis gibt es ein paar Herausforderungen. Um einige davon geht es auf diesen Seiten.

Warum ist eine Transformation nötig?

Die aktuell üblichen Gesellschaftsformen sind, egal ob Demokratie oder Diktatur, oft von Kapitalismus geprägt. Unabhängig davon ob es Wahlen gibt oder nicht, werden wichtige Entscheidungen, die Soziales, Handel oder Umwelt betreffen von Politikern oder Wirtschaftsfunktionären (die oft im Auftrag von Konzernen oder Lobbyverbänden agieren) getroffen, ohne die Meinung ihrer Wähler zu beachten. Dies hat zu Umweltzerstörung, Ausbeutung von Ressourcen, Überwachung durch Geheimdienste, aufgeblähten Verwaltungsapparaten, extremer sozialer Ungerechtigkeit, Existenz- und Zukunftsangst geführt. All das erzeugt immer wieder bewaffnete Konflikte. Kapitalismus war nicht immer die herrschende Gesellschaftsform, und sie muss es nicht bleiben. Der Schaden, den der Kapitalismus angerichtet hat, ist jetzt schon immens und die Ungerechtigkeiten kaum aushaltbar.

Deshalb ist es meiner Meinung nach notwendig, die Transformation in solidarischere und freiheitlichere Gesellschaften vorzubereiten.

Warum keine Revolution?

Ich bin aus zwei Gründen skeptisch, ob eine Revolution funktionieren könnte. Erstens, sind die Staaten heute sowohl was Überwachung als auch was Waffen angeht so weit aufgerüstet, dass ein plötzlicher Umsturz mir kaum realistisch erscheint. Zweitens sind meiner Meinung nach für den Aufbau anarchistischer Gesellschaften einige Grundlagen notwendig. Bei einem plötzlichen Umsturz ohne diese Grundlagen könnte die Revolution in sich selbst zusammenbrechen. Die Entwicklung dieser Grundlagen könnte als Transformation bezeichnet werden. Mit Grundlagen meine ich sowohl das Aufbauen von Netzwerken, Projekten, Organisationen und Ressourcen als auch das Erlernen von Fähigkeiten. Zu letzterem könnten diese Seiten Anregung bieten.

Ok, wie funktioniert die Transformation?

Genauso wie es nicht eine festgelegte Form von anarchistischer Gesellschaft gibt, gibt es keinen festgelegen Weg dorthin. Trotzdem ist es wichtig, sich über mögliche Formen auszutauschen, wie Transformation in anarchistische Gesellschaften möglich sein könnte. Denn Kapitalismus ist auf Dauer keine Lösung.















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